Album-Kritik: Propagandhi – Victory Lap


Zwischen voll auf die Fresse und bedächtig

Wer die kanadische Melodic Hardcore Band Propagandhi kennt, der weiß, dass es für die Musik des Quartetts eigentlich nur eine Richtung gibt, nämlich nach vorne. Auch dürfte diesen Leuten bekannt sein, dass sie eine sehr politische Band sind, die sich noch nie davor gescheut haben, den Finger nochmal mit Salz zu bestreuen und extra tief in die Wunde zu drücken. Logisch also, dass die Ereignisse in den letzten Jahren – von den Präsidentschaftswahlen in den USA und ihrem bekannten Ausgang über Polizeikriminalität gegen Schwarze bis hin zum Aufstieg in die Salonfähigkeit der White Supremasists – gefundenes Fressen und Zündstoff für neue Songs bietet.
Doch nicht nur davon handeln die Songs des neuen Albums; sowohl Bassist Todd Kowalski als auch Schlagzeuger Jord Samolesky verloren innerhalb weniger Monate ihre Väter, was zwei der Songs direkt widerspiegeln. Doch auch freudige Nachrichten gab es in den letzten Jahren im Umfeld der Band zu feiern, so wurde Sänger Chris Hannah beispielsweise zum zweiten Mal Vater. Dies wiederum macht jedoch das Leben als Musiker nicht unbedingt einfacher und führte außerdem dazu, dass einige der Songs ungewöhnlich up-beat für die Band sind. Bewusst verhinderte die Band aber ins poppige abzudrifften. Jedoch verleiht dies dem Album eine gewisse Tiefe und Abwechslungsreichtum.

Fazit: Das siebte Studioalbum von Propagandhi führt den Stil der Band fort, liefert jedoch ein bisschen mehr Abwechslung und ist damit vielleicht auch für Leute zugänglicher, denen die Band sonst ein Stück zu hart daher kommt.

Schulnote: 2

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