Konzertkritik: Amphi Festival, 21.+22.07.2012, Tanzbrunnen Köln

Mit einem starken Line-Up und dem ersten sommersonnigen Sonntag des Monats Juli
2012 startete das VIII Amphi Festival am 21./22. Juli 2012 am Tanzbrunnen in Köln-
Deutz.

Besonderer Anreiz für viele der Besucher dürfte die 80er Jahre New & Dark Wave Band „The Sisters of Merci“. So waren neben den üblichen Kleidungsstilen der Besucher, wie Classic Gothic oder Cyber Gothic auch viele ältere Jahrgänge in eher legerer Gewandung vertreten (Quasi die Originale ;)). Insgesamt: sehr viel weniger Schaulaufen als üblich und erwartet, was aber auch mit für eine gelassene und entspannte Atmosphäre sorgte. Die Sisters bescherten Ihren Fans ein tolles Programm, in dem natürlich die größten Hits wie „Temple of Love“ oder „This Corrosion“ nicht fehlen durften. So fand der Samstag einen phantastischen Ausklang an der Hauptbühne. Wer noch in Feierlaune war konnte im Theater bei verschiedenen DJ´s weiterfeiern. Weitere gute Bands des Tages waren Eisbrecher, die live ein wirklich überzeugen  konnten und Camouflage. Auch Corvus Corax waren vertreten und stachen in dem eher elektrolastigen Programm als Mittelalterband hervor.

Auch am Sonntag zierten namhafte Szene-Größen die Bühnen. Blutengel (Elektro), die eine heiße Bühnenshow ablieferten und And One (Synthie Pop) waren auf der Hauptbühne als Mainacts, Combichrist (Agro-Tech) und Project Pitchfork (Electro-Wave) auf der kleinen Bühne zu sehen. Auch die Crüxshadows überzeugten mit Gesang, Tanz, Style und Klettereinlagen von Frontmann Rogue am späten Nachmittag auf der Hauptbühne.

Wem die Bands mal nicht so zusagten, dem wurde Abhilfe geboten. Neben zahlreichen Merchandiseständen und weiteren Shoppingmöglichkeiten, standen auch Lesungen auf dem Programm beider Festivaltage. Besonderes Interesse erweckte der „Herr der Maden“. Dr. Mark Beneckes Vortrag handelte jedoch nicht wie erwartet von schaurigschönen Insekten, sondern von einer Tatortsichtung und Untersuchung, wobei die Unschuld der höchstwahrscheinlich zu unrecht verurteilten Person aufgrund mangelnder Finanzierungsmöglichkeiten nicht erfolgen kann. Dr. Benecke sucht nach wie vor nach Spendern. Zwar war sein Vortrag interessant und wartete statt der erwarteten Eckelbilder eher mit augenkrebserregenden Zimmereinrichtungen auf, dennoch wäre manchen Besuchern, wie sich aus einigen Kommentaren aus Ausgang heraushören ließ, das Insektenprogramm lieber gewesen.

Pro & Contra

Sehr gut gefallen hat uns die friedliche, auch für Kinder geeignete, Atmosphäre ( Ja, auch Kinder feierten mit, ausgestattet mir extra Kinderohrenschützern), die vielfältig gestylten Besucher und das freundliche, stressfreie  Miteinander am Tanzbrunnen. Weniger erfreulichen waren hingegen die teilweise doch sehr lange Wartezeiten für die Getränke, gerade bei dem guten Wetter und insbesondere die Preise für Wodka- Mischgetränke, wobei am Wodka  gravierend gespart wurde.

Fazit: Vielleicht nicht das größte Festival der Szene aber mit einer solchen Besetzung in jedem Fall einen Besuch wert.

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