Interview: Danko Jones

danko

Der kanadische Sänger Danko Jones der gleichnamigen Band stand uns glücklicherweise für ein Telefon-Interview zur Verfügung

Saarschall: Zunächst einmal vielen Dank, dass du für das Interview zur Verfügung stehst.

Danko: Gerne.

Saarschall: Danko, ihr geht nächste Woche auf Tour in Europa. Gibt es da einen Ort auf den du dich besonders freust und der aus deiner Sicht immer auf dem Terminkalender auftauchen muss?

Danko: Nun, wir machen die Tourdaten ja nicht selber aus. Ich hab einen Tourplan bekommen und drübergeschaut. Dafür gibt es ja die Booking-Agents, die sind diejenigen, die die Tourdaten festlegen. Man schaut dann auf den Plan und denkt sich: “Wir gehen mal hier hin mal dort hin, das wird bestimmt cool. Wir waren noch nie da” etc. Das passiert ständig. Wir kehren zu Orten zurück, wo wir gute Shows hatten und natürlich spielen wir auch an neuen Orten und das ist aufregend. Dieses Gefühl auf Tour zu sein setzt sich zu gleichen Teilen aus diesen beiden Seiten zusammen.

Saarschall: Gibt es denn irgendeinen besonderen Ort, an dem ihr noch niemals wart, wo du unheimlich gerne mal auftreten würdest? Nicht unbedingt speziell in Europa, sondern weltweit.

Danko: Natürlich. Es gibt hunderte Orte, wo wir noch nie waren. Wir waren beispielsweise noch nie in China und noch nie in Japan, … Moment, das stimmt nicht. Wir waren in China, aber noch nie in Indien und ich war auch schon mal mit einer anderen Band in Japan und möchte gerne nochmal dort spielen. Wir waren noch nie in Griechenland, wobei oftmals Griechen zu unseren Konzerten kommen und uns bitten, mal nach Griechenland zu kommen. Ich würde gerne wieder in Südamerika spielen und ich möchte unbedingt wieder in Australien spielen und auch gerne mal wieder in Russland. Ja, wie du siehst, es gibt einen Haufen sehr unterschiedlicher Orte, auf die ich mal wieder Bock hätte.

Saarschall: Ihr seid ja jetzt erstmal sehr ausgiebig in Europa unterwegs, im Prinzip mehrmals bis Mitte August. Dann werdet ihr in Kanada und hauptsächlich den USA auf Tour gehen. Mich würde interessieren, was für dich persönlich die größten Unterschiede und Gemeinsamkeiten sind zwischen dem Touren in Nordamerika und Europa.

Danko: Der größte Unterschied ist meiner Meinung nach das Publikum. Europäisches Publikum hat aus meiner Sicht mehr Hintergrundwissen. Der Rock’n’Roll, den wir spielen ist ein bisschen speziell und obwohl Rock’n’Roll eigentlich zum Großteil aus Nordamerika kommt mit Bands wie den Stooges, Aerosmith oder Kiss, das sind richtige Nerdbands geworden, deswegen wissen viele nordamerikanische Zuschauer in 2013 gar nicht mehr wirklich, was Rock’n’Roll überhaupt ist. Deswegen sehe ich das wirkliche Wesen des Rock’n’Roll im Jahr 2013 eher an Orten wie Australien oder Europa und nicht in Kanada oder den USA. Und ich lebe in Nordamerika, das ist meine kleine Beobachtung. Wenn man nach Europa schaut, ist es nicht einfach nur so, dass die Leute die Bands kennen und die Songs mögen, sondern auch so, dass die Leute sich der Geschichte der Musik bewusst sind. Es gibt so viele Plattensammler und das gefällt mir sehr gut, das ist es, was ich möchte.

Saarschall: Ich hab auch eure Bandgeschichte ein bisschen gecheckt und hab gesehen, dass ihr seit 1996, also seit ca. 17 Jahren unterwegs seid. Am Anfang waren die Shows natürlich deutlich kleiner und das Publikum deutlich weniger. Mich würde mal interessieren, was ist der größte Unterschied zwischen damals und heute, abgesehen natürlich von der offensichtlichen Größe?

Danko: Uff, das wird man nicht so häufig gefragt, aber es ist eine gute Frage. (überlegt) Was sich für mich verändert hat ist nicht die Herangehensweise an die Shows, ich nähere mich einer Bühne immer noch wie beim ersten Mal. Das Gefühl “Shit” ist immer noch da, der Kloß im Hals und vielleicht bekommt man auch ‘nen flauen Magen. Diese Nervosität ist immer noch da und das ist ein gutes Zeichen dafür, dass man das immer noch machen will. Wenn du auf die Bühne gehst und überhaupt nichts mehr fühlst, ist der Zeitpunkt gekommen aufzuhören. Ich bin also froh darüber, dass das sich nicht geändert hat. Auf der anderen Seite sind 17 Jahre natürlich eine ganz schön lange Zeit und man hat natürlich viel mehr Erfahrung und man hat viel mehr Umgang mit der Presse als am Anfang. Außerdem kommt man mit dem Publikum besser zurecht und man kann viel besser spielen aus musikalischer Sicht. Man kommt natürlich auch einfach viel rum. Aber der eigentliche Grund, warum wir das tun und wie wir das tun hat sich nicht verändert.

Saarschall: Okay, um mal auf eure Musik zu sprechen zu kommen: Ihr habt letzten Herbst ein neues Album Rock And Roll Is Black And Blue herausgebracht und da dies bereits euer achtes Studioalbum ist frage ich mich, ob der Schreibprozess sich im Laufe der Jahre verändert hat und wie er sich verändert hat?

Danko: Nun ja, der Schreibprozess hat sich verändert, je nachdem, wer in der Band ist. Dan Cornelius, der beim Vorgängeralbum Below the Belt Schlagzeuger war, verließ die Band vor Rock And Roll Is Black And Blue und damals haben JC (John Calabrese, der Bassist der Band) und ich hauptsächlich die Songs geschrieben und sie dann unserem Drummer gezeigt und dann wiederum dem Producer. Es waren also nur zwei von uns. Für dieses Album waren wir mit unserem neuen Drummer Atom Willard in einem Raum und haben einfach drauflosgejammt, was eher an das heran kommt, wie wir das gemacht haben, als wir damals angefangen haben. Beide Arten sind natürlich total verschieden, aber gleichzeitig gleich befriedigend.

Saarschall: Wir würdest du jemandem das neue Album beschreiben, der noch nie etwas von euch gehört hat?

Danko: Einfach nur, dass es ein Hard Rock Album ist. Eine weitere Beschreibung würde nur den Eindruck erwecken, dass ich mich selbst viel zu ernst nehme.

Saarschall: Ihr habt euch für das Album ein nettes Gimmick einfallen lassen, nämlich, dass eure Fans die Chance haben eines von zehn goldenen Gitarrenplektren zu finden, die freien Eintritt zu allen Danko Jones Konzerten überall auf der Welt für alle Ewigkeit verleihen. Ich nehme an eine Anspielung auf Charlie und die Schokoladenfabrik. Weißt du zufällig, wie viele schon davon gefunden wurden?

Danko: Richtig, eine Anspielung auf den Film. Und ich kann dir genau sagen, wie viele bisher gefunden wurden: Null. Zumindest ist bisher niemand auf uns zugekommen und hat uns eines gezeigt. Es könnte noch Jahre dauern, wir müssen einfach mal abwarten.

Saarschall: Okay, das heißt das die Leute noch die Chance haben eines zu finden. Das war’s auch schon, es sei denn du hättest noch irgendwas zu sagen, was die Leute von Danko Jones auf der anstehenden Tour zu erwarten haben.

Danko: Ich denke einfach nur Rock Shows. Ich werde das öfter gefragt und weiß nie genau, was ich sonst sagen soll. Wir spielen einfach nur Rock Shows. Wir sind nicht eine von diesen Bands die eine Marke aus ihrem Namen machen, weil wir keine großen Gimmicks haben. Das ist der Spaß dran, wir haben keine großen Gimmicks, wir haben keine mega Lichtshow oder große Explosionen, einfach nur eine Band, die die Songs spielt. Ich weiß nicht, was man sonst noch groß machen soll.

Saarschall: Prima, das waren dann alle meine Fragen. Vielen Dank für deine Zeit und viel Spaß auf Tour.

 

Geführt wurde dieses Interview von Andi

 

Danko Jones könnt ihr am Freitag, den 3.5.2013 in der Saarbrücker Garage live sehen.

Offizielle Bandhomepage

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